Entwicklungsbereiche im Kindesalter
In diesem Post wollen wir uns mit den Entwicklungsstufen eines Kindes und den damit verbundenen Fähigkeiten auseinandersetzen. Diese Kompetenzentwicklung sind in fünf Bereiche aufgedröselt, die Sensorik, Motorik, Kognition, sowie die sozialen und emotionalen Kompetenzen.
Sensorische Integration
Die Sensorik bezieht sich auf die Entwicklung der verschiedenen Wahrnehmungsbereiche und die Verarbeitung dieser Eindrücke. Diese Verarbeitung und Anwendung auf das Umfeld bezeichnet man als Sensorische Integration (SI). Im speziellen ist die SI die sinnvolle Ordnung, Aufgliederung und Verarbeitung von Sinneseindrücken im zentralen Nervensystem (ZNS). Sinneswahrnehmungen erreichen in jedem Augenblick unser ZNS, zum einen durch unsere Sinnesorgane, sondern auch über unser taktiles System (Wahrnehmung von Berührung) und unser vestibuläres und propriorezeptives System (Bewegung, Schwerkraft und Körperstellungen).Motorik
Die Motorik umfasst alle Bereiche von Bewegung und Bewegungsabläufe. Sie ist in viele Subbereiche aufgeteilt, doch vor allem wird in Grobmotorik und Feinmotorik unterschieden. Die Grobmotorik entwickelt sich zuerst und meint vordergründig niederkomplexe Bewegungsabläufe, die von großen Muskelgruppen, oder dem ganzen Körper ausgeführt werden. Beispiele hierfür wären, Laufen, Springen und Werfen. Bei der Feinmotorik werden kleine Muskelgruppen beansprucht. Für die Feinmotorik wird eine höhere Kraftdosierung und Kontrolle über die Muskelgruppen benötigt. Daher ist die Entwicklung der Feinmotorik leicht verzögert. Die Motorik ist auch ganz entscheidend für die Sprach- und Sprechentwicklung eines Kindes. Die Sprechmotorik bezeichnet die motorischen Fähigkeiten, die für die Artikulation (Bildung der Sprachlaute) und Phonation (Stimmgebung) wichtig sind. Hierzu gehören beispielsweise die Bewegung und das Zusammenspiel von Lippen, Zunge, Mund- und Gaumensegelmuskulatur, sowie mimischer Muskulatur und Kaumuskulatur und Kehlkopffunktion.
Kognition
Die kognitive Entwicklung eines Kindes bezeichnet die geistige oder intellektuelle Entwicklung. Sie meint die Gesamtheit der informationsverarbeitenden Prozesse und deren mentale Ergebnisse. Menschliche intelligente Systeme umfassen Prozesse und Strukturen für Wahrnehmung und Aufmerksamkeit, für Gedächtnis und Lernen, Problemlösen, Kreativität und Vorstellungskraft, Planung und Orientierung, Argumentation, Introspektion (Selbstwahrnehmung), Wille und Glaube, sowie für Sprachverstehen und Sprachproduktion. Es führt dazu, dass das Individuum zu flexiblem, adaptiven Verhalten in einer vielfältigen, sich verändernden Umgebung in der Lage ist und über die Möglichkeiten verfügt, in der aktiven Auseinandersetzung mit seiner Umgebung zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Daher steht die Kognition auch in starker Wechselbeziehung mit emotionalen und sozialen Kompetenzen.
Soziale Entwicklung
Emotionale Entwicklung
Die Entwicklungsschritte der ersten sechs Lebensjahre
In den folgenden Abbildungen haben wir die ersten sechs Lebensjahre nach Entwicklungsschritten in den verschiedenen Sektoren untersucht:
Im ersten Lebensjahr entwickeln sich vor allem die ersten grobmotorischen Fähigkeiten. Dabei entwickelt sich das Kind von einer liegenden Haltung mit viergliedriger Fortbewegung zur einer ersten selbstständigen aufrechten Haltung mit zweibeiniger Fortbewegung.
Im zweiten Lebenjahr wird die Fortbewegung sicherer und zunehmend komplexer. Das Laufen über oder auf Hindernissen wird erlernt. Durch die Fähigkeit des freihändigen Laufens, ist das Kind nun in der Lage dabei Dinge zur tragen, zu ziehen, oder zu kicken.
Vor allem aber startet hier die Entwicklung der Feinmotorik und die kognitiven Fähigkeiten. Auch die Sprache entwickelt sich nun.
Im dritten Lebensjahr werden motorische Fähigkeiten zum Gleichgewichtssinn entwickelt, wie auf einem Bein stehen, oder kleine Sprünge. Vor allem die Feinmotorik der Hände entwickelt sich hier stark weiter und die Kinder sind nun in der Lage kontrolliert Gegenstände zu greifen und zu nutzen.
sehr stark die Sozialkompetenz. Kognitive Fähigkeiten und Konzentrationsfähigkeiten werden wiederentwickelt. In dieser Phase beginnt sich die Kreativität und Phantasie der Kinder auszuprägen.
Im sechsten Lebensjahr, zumeist das Jahr vor Schulstart, haben sich grundlegende Feinmotorische Fähigkeiten vollends ausgebildet - vor allem auch in Verbindung mit räumlicher Wahrnehmung und Vorstellungsvermögen. In der Grobmotorik sind kontrollierte Abläufe und Bewegungsmuster erlernt. Balance und Koordination sind bereits gut ausgebildet und Spiele wie Seilspringen, oder Radfahren mit Stützräden sind möglich. Bei der sozialen Kompetenz steht nun vor allem das Spielen miteinander im Vordergrund. Kreative Imitationen aus dem Lebenssalltag Erwachsender oder Jugendlicher werden zentrale Spielinhalte. Verkleiden, Basteln und Malen gehören zur kreativen Selbstbeschäftigung.
@ spektrum.de
Angesichts dieser Vielfalt an motorischer und sozialer Fähigkeiten, lässt sich bereits an diesem Punkt festhalten, dass bereits vor dem Einflussfaktor Schule und Schulsport bereits viel richtig, oder falsch gemacht werden kann. Hier liegt die Pflicht bei der sportlichen Erziehung größtenteils bei den Eltern, die in diesem Alter den signifikantesten Einfluss auf die Entwicklung ihres Kindes haben. Die Kinderkrippen, Kitas und Kindergärten sind natürlich ebenfalls in der Pflicht positiv zur Entwicklung beizutragen. Da jedoch nicht jedes Kind die Chance hat eine solche Institution zu besuchen, sind in diesen Fällen die Eltern umso mehr in der Pflicht.
In diesem jungen Alter ist auch kein konkretes Ausüben von Sport notwendig, sondern viel mehr ein spielerisches Bewegen, das eben auch durch seinen, vor allem in diesem Alter, hohen kognitiven und sozialen Wert unbedingt Aspekte wie Kreativitität, Selbstständigkeit und Interaktion mit anderen Kindern fördern muss.










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